
AKTIVITÄTEN
KUNSTSTOFFE, QUALITÄT UND UMWELT
Kunststofferzeugnisse oder Plastikartikel?
Kunststofferzeugnisse sind aus unserem Umfeld nicht mehr wegzudenken. Verarbeitbarkeit, Formenvielfalt, unzählige Gestaltungsmöglichkeiten und nicht zuletzt Kostenvorteile haben sie unentbehrlich gemacht. Sei es im Automobilbau oder Bauwesen, in der Landwirtschaft, der Medizin oder in der Verpackung: Breite Anwendung finden sie in allen Bereichen des täglichen Lebens.
Kunststoffprodukte sind auch Gegenstand von Kritik, vor allem, wenn es um achtlose Entsorgung geht. Die Anreicherung von Plastikmüll in den Weltmeeren zum Beispiel ist ein globales Problem, das auch den Verbraucher in die Pflicht nimmt.
Der Fokus des Qualitätsverbands Kunststofferzeugnisse (QKE) liegt auf langlebigen Kunststoffprodukten, die besondere Bedingungen hinsichtlich Dauergebrauch, Robustheit und Wirtschaftlichkeit erfüllen müssen. Dabei denken wir an Rohre, die üblicherweise gut 100 Jahre im Einsatz sind oder Kunststofffenster mit einer Lebensdauer von 40 Jahren und mehr, an Flaschenkästen, Transportbehälter und viele mehr. Qualität, oder besser Güte, ist Anforderung und Maßstab – mit einem einzigartigen Instrument: der RAL Gütesicherung.
Letztlich gilt für Kunststofferzeugnisse – wie im Grunde für alle Produkte – die Formel: nachhaltig beschafft, material- und energieschonend hergestellt, lange genutzt und am Ende des Lebenszyklus sinnvoll verwertet.
KUNSTSTOFFE UND UMWELT: UMWELTPRODUKTDEKLARATION
Nachhaltiges Bauen durch nachhaltige Bauprodukte ist ein Schwerpunktthema des QKE. So wurden beispielsweise schon früh Umweltproduktdeklarationen (sogenannte EPDs) für Kunststofffenster beim Institut Bauen und Umwelt (IBU) herausgegeben und zwar für zwei- und dreifachverglaste Fenster. Darin werden sowohl die Umweltwirkung eines Kunststofffensters als auch der Energie- und Rohstoffverbrauch auf Basis der europäischen Norm EN 15804 „Nachhaltigkeit von Bauwerken – Umweltproduktdeklarationen – Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte“ deklariert.
WAS MACHT KUNSTSTOFFERZEUGNISSE NACHHALTIG?
„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“
Bei der Herstellung von Kunststofferzeugnissen fallen streng genommen keine Späne an, denn in der Regel wird das thermoplastische Material punktgenau in das Produkt eingebracht, das nahezu gebrauchsfähig den Herstellungsprozess verlässt. Gerade dies ist der große Vorteil in der Kunststoffverarbeitung und generiert Wertschöpfung auf Grundlage moderner Spritzguss- und Extrusionstechnologie.
„Je länger, desto besser“
Dieses oft zitierte Motto lässt sich auch auf die Gebrauchs- bzw. Nutzungsphase von Kunststofferzeugnissen anwenden. Je länger Material und Produkt im Einsatz sind, desto besser fällt in der Regel die Ökobilanz aus. Bei Erzeugnissen, die im Gebrauch Energie oder Ressourcen einsparen, können eben diese Einsparungen den Energieverbrauch der Herstellung kompensieren. Mit diesem einfachen Zusammenhang wird schnell klar, dass Langlebigkeit und Gebrauchstauglichkeit ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.
„Mehr als nur ein Leben“
Viele Kunststofferzeugnisse können recycelt werden und finden neue Einsatzzwecke entweder im ehemaligen Produktkreislauf (Controlled Loop) oder in neuen Erzeugnissen. Wenn Rezyklate wieder in höherwertige Produkte einfließen, spricht man auch von Upcycling, im anderen Fall von Downcycling.
Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten kann somit die Kreislaufführung von Materialien als der Idealfall angesehen werden. Voraussetzung ist, dass am Lebenszyklusende für das Erzeugnis oder seine Komponenten sowohl Sammelstellen als auch Wiederverwertungstechnologien zur Verfügung stehen.
